Hildesheim – die Entwicklung der Stadt

Die herrliche Stadt Hildesheim, die man auf plattdeutsch „Hilmessen“ nennt, liegt im südlichen Teil des von Niedersachsen. Heute ist, auf Grund der Eingemeindung verschiedener kleinerer Nachbargemeinden im Jahre 1974, dass katholische Bistum Hildesheim mit etwa 103.000 Einwohnern die kleinste Großstadt des Bundeslandes Niedersachsen.
Das interessante Wappen, das unter Anderem die Jungfrau Hildesia mit ihrem Helm zeigt, wurde der Stadt Hildesheim im Jahre 1528 von Kaiser Karl V. verliehen und befindet sich heute im hiesigen Stadtarchiv.

Das Stadtgebiet von Hildesheim gliedert sich in zehn Ortschaften die, mit Ausnahme von Marienburg, einen eigenen Ortsrat mit sieben bis elf Mitgliedern neben ihrem eigentlichen Bürgermeister haben. Lediglich Marienburg hat nur einen Ortsvorsteher, der als Ansprechpartner in wichtigen Angelegenheiten gilt.

Die Geschichte der heutigen Stadt Hildesheim lässt sich nachweislich bis ins Jahr 1270 zurück verfolgen. Damals wuchs die Zahl der Einwohner in Folge von Kriegen, Seuchen und Hungersnöten nur sehr langsam. Das änderte sich jedoch schlagartig zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ein neues Zeitalter der Industrialisierung nahm unwiderruflich seinen Anfang und stärkte die Stadt und seine Infrastruktur zusehends.
Dank dieses industriellen Aufschwungs haben sich bis heute zunehmend große Firmen und Unternehmen in Hildesheim niedergelassen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Robert Bosch GmbH. Sie ist ein bedeutender Hersteller von Gebrauchsartikeln aller Art und ein bedeutender Zulieferer für die Automobilindustrie. Ebenfalls hier niedergelassen haben sich der bekannte Elektronikhersteller Blaupunkt, der Eickhoff-Stahlbau GmbH, der europaweit einzige Tragschraubenhersteller AutoGyro sowie die zum Coca-Cola Konzern gehörige Hessisch-Niedersächsische Getränke GmbH.

Kurz und knapp - die Geschichte der Stadt Hildesheim
Bereits um das Jahr 800 wurde auf dem heutigen Gebiet der Stadt Hildesheim ein katholisches Bistum errichtet, dass Maria, der Mutter Gottes geweiht wurde. Später folgte der Bau des ersten Doms, der um das Jahr 1000 von Bischof Bernward zu einer massiven Domburg erweitert wurde.

In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde die Händler- und Bürgerstadt Hildesheim immer mehr zu einem bedeutenden Gemeinwesen. Neben der Altstadt wurde nun auch eine neuere Dammstadt und anschließend die Neustadt Hildesheim erbaut. Dabei datiert die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1221. Leider gab es zwischen der Alt- und der Neustadt Jahrhunderte lang Streitigkeiten und sogar bewaffnete Übergriffe bis endlich, im Jahre 1803 beide Stadtteile unter preußischer Herrschaft vereint wurden.

Zwischen dem 14. und dem 19. Jahrhundert gab es zahlreiche Auf- und Niedergänge und wechselhafte Beziehungen zwischen den damaligen Stadtherren, dem amtierenden Bischof und seinen Untergebenen und den einfachen Bürgern der Stadt. Nach den religiösen Streitigkeiten während der Reformation gelangte das Fürstentum Hildesheim zum Königreich Westfalen und später wieder zurück zu Preußen.
Der wirtschaftliche und wissenschaftliche Fortschritt dieser selbstständigen Stadt war nun nicht mehr aufzuhalten. Im Jahre 1908 erhielt Hildesheim seine erste vollautomatisch betriebene, elektromechanische Ortsvermittlungsstelle. Die Deutsche Reichspost stellte 900 Anschlüsse für den Selbstwählfernsprechdienst mit, bis dahin in Europa einmaligen Hebdrehwählern zur Verfügung.
Leider wurde gegen Ende des 2. Weltkrieges, im März 1945, beinahe das gesamte Zentrum von Hildesheim bei einem britischen Bombenangriff zerstört. Von den 1500 Fachwerkhäusern der Stadt lagen nun annähernd 1300 in Schutt und Asche und 1645 Menschen verloren bei diesen Luftangriffen ihr Leben.
1948, drei Jahre nach Kriegsende, begannen der Wiederaufbau Hildesheims und die Rekonstruktion der historischen Altstadt. Ende des Jahres 2009 soll nun auch der legendäre „umgestülpte Zuckerhut“, ein sehr interessantes Hildesheimer Altstadtunikum, wieder vollständig rekonstruiert sein.